23.11.2018 INTERVIEW

VIAL informiert | Was ist eine Kreativagentur?

Werbeagentur, Medienagentur, Kreativagentur, Markenagentur, Designstudio oder Büro für Gestaltung. Ganze 30.000 eingetragene Agenturen gibt es in Deutschland und unzählige Bezeichnungen für den Dienstleister, der sich in der Medien- und Werbewelt bewegt. Zu diesem Thema sprachen wir mit den Agenturgründern Vinko Basic und Alexander Agarius von VIAL Kreativagentur.

 

 

Ihr habt VIAL 2015 mit Sitz im Düsseldorfer Medienhafen gegründet. Wieso habt ihr euch für die Bezeichnung Kreativagentur entschieden und nicht beispielsweise für Werbe- oder Markenagentur?

Vinko Basic: Die Bezeichnung Kreativagentur gibt ganz gut unser Verständnis unserer Leistung, aber auch unsere Rolle in unserem Verhältnis zum Kunden wieder: ein kreativer Partner in der Erfüllung der Ziele des Kunden zu sein. Design ist in der Regel kein Selbstzweck und spiegelt meistens eine unternehmerische Entscheidung oder Intention wieder, welche je nach Medium visualisiert oder kommuniziert wird.

 

Ist Kreativagentur ein Synonym für Werbeagentur?

Alexander Agarius: Jein. Diese Begrifflichkeit führt oft zu Erklärungsbedarf. Die Bezeichnung „Werbeagentur“ geht laut Begrifflichkeit nur auf das Werben eines Unternehmens ein. „Design“ ist da schon etwas präziser, da es beispielsweise das visuelle Erscheinungsbild definiert. Als Kreativagentur orientieren wir uns an die Zielvorstellungen des Unternehmens, welche durch unsere Maßnahmen erreicht werden. Dies kann durch die Tätigkeiten Konzeption, Beratung, Kreation oder Implementierung erfolgen – umgesetzt durch ein bestimmtes Medium.

 

Sind Kreativagentur und Designagentur denn das Gleiche?

Vinko Basic: Zwischen Kreativagentur und Designagentur besteht grundsätzlich kein Unterschied. So verwenden manche Agenturen sogar beide Bezeichnungen synonym. Dies kann aber auch über die Begriffe Werbe- und Kreativagentur gesagt werden.

 

Warum gibt es überhaupt so viele unterschiedliche Bezeichnungen?

Alexander Agarius: Das liegt einfach daran, dass es keine klare und einheitliche Definition der Begriffe gibt. Es ist nicht festgeschrieben, welche Dienstleistungen eine Werbeagentur und welchen Service eine Kreativagentur anbietet. Im Endeffekt bestimmt der jeweilige Schwerpunkt die Agenturbezeichnung. Generell geht der Trend zur Spezialisierung, da Agenturen mit der Zeit gehen und sich anpassen müssen. Trotzdem führen die vielen Bezeichnungen selbstverständlich zu Verwirrungen bei Kunden und Bewerbern.

 

Ist für den Berufseinstieg eher eine große oder eine kleinere Agentur ratsam?

Vinko Basic: Das kann man pauschal so nicht sagen und muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Wichtiger ist es meiner Meinung nach, sich darüber im Klaren zu werden, in welcher Agenturgröße man arbeiten möchte. Arbeitet man lieber in einer Agentur mit mehr als 100 Mitarbeitern oder lieber nur mit einer Handvoll. Je nachdem übernimmt man dann früh mehr oder weniger viel Verantwortung und betreut eigene Projekte und erhält einen umfassenderen Einblick in den Agenturalltag.

 

Habt ihr kreative Rituale innerhalb der Agentur?

Alexander Agarius: Das Wichtigste am Design ist eine zentrale Idee oder ein Konzept, welches in seiner einfachsten Form existiert und in verschiedenen Häppchen in die jeweiligen Medien dupliziert und angepasst wird. Für diese Findungsphase ist es natürlich wichtig, die Intention und das Ziel einer gewünschten Maßnahme zu kennen. Daher ist unser kreativstes Ritual sehr simpel: Kommunikation. Zuhören – Verstehen – Verstanden werden.