07.03.2019 VIAL informiert

Welche Rolle spielen UX- und UI-Design für ein erfolgreiches Nutzererlebnis? Teil 1

Was ist UX-Design? Wo kommen wir mit User Experience in Berührung? Was macht ein erfolgreiches UX-Design aus? Durch die zunehmende Digitalisierung müssen digitale Services und Anwendungen nicht nur dem Zweck des Senders nachgehen, sondern vor allem dem User ein hervorragendes Nutzungserlebnis bieten.

 

Für ein solches Erlebnis ist die enge Verknüpfung von User Experience und User Interface unumgänglich. Aus diesem Grund gehen wir in diesem Beitrag auf die Definition, die Erfolgsfaktoren und auf Beispiele rund um UX-Design ein. Im zweiten Teil sehen wir uns das User Interface Design genauer an.
 
Folgendes alltägliche Szenario bringt die enge Verknüpfung von UX- und UI-Design sehr gut auf den Punkt und hat sicher schon jeder von uns erlebt: Stell Dir vor, Du gehst auf einem Bürgersteig und möchtest an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen. Direkt neben Dir entdeckst Du jedoch einen Trampelpfad, der Dich ohne Umwege oder Aufwand direkt zu Deinem Ziel bringt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wählst Du den Trampelpfad, solange Du keine extravagant teuren Designerschuhe trägst. Es erleichtert den Weg zum Ziel. Der Pfad entstand aber nur deshalb, weil viele Menschen den gleichen Gedanken hatten und die Abkürzung nutzten.
 
Dieses Beispiel verdeutlicht im übertragenen Sinne ein nicht funktionierendes Zusammenspiel zwischen der persönlichen User Experience des Nutzers und dem vorgegebenen User Interface, in dem Beispiel der Stadt.
 
In digitalen Anwendungen handelt es sich in der Regel um digitale Services wie Webseiten (Projekt Rocca), Apps (Projekt SalesDeck), Computersysteme oder digitale Oberflächen. Diese sollten heutzutage nicht nur funktionieren, sondern dem User ein erfolgreiches Nutzererlebnis bieten. Wie erzielt man jedoch ein erfolgreiches Nutzererlebnis für den Einzelnen?

 

Was versteht man unter User Experience?

User Experience beschreibt im groben alle Gefühle, Eindrücke und Reaktionen (physiologisch und psychologisch), die der Nutzer vor, während und nach der Verwendung des digitalen Services durchläuft. Dabei spielen natürlich die individuelle Erwartungshaltung und der technische Kenntnisstand des Users eine große Rolle.
 
Die Aufgabenbereiche im UX-Design sind vor allem von strategischer und analytischer Natur. Es gilt die Ansprüche an die Anwendung zu ermitteln, die Inhaltsstruktur festzulegen, sowie die technische Realisierbarkeit durch ausführliche Usability-Tests abzuklären.

 

 

Was ist das Ziel von UX?

Im Vordergrund jedes User Experience Designers steht die Verknüpfung der Bedürfnisse des Unternehmens mit denen der Nutzer. Es gilt zu erfahren, wie man den Nutzer an jedem Punkt seiner User Journey positiv beeinflussen und weiterhelfen kann, damit sein Bedürfnis zügig erfüllt wird. Unter User Journey versteht wir den folgenden Weg: Der User hat ein Problem, weshalb er den Service eines digitalen Produkts, wie z. B. einer Website, aufsucht. Die Frage, die er sich jetzt stellt: Finde ich hier eine Lösung für mein Problem? Wie brauchbar ist die Lösung für mich? Wie lange brauche ich für die Lösung meines Problems? Habe ich vielleicht sogar Spaß dabei oder frustriert es mich?
 
Es gilt zu ergründen, was der User braucht, um seine Zufriedenheit und sein Vertrauen mit dem Service/Produkt zu maximieren. Gerade beim Kauf von hochwertigen Produkten/Dienstleistungen ist diese Anpassung auf die User Experience unabdingbar. Sie stellt einen nicht unerheblichen Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes oder Unternehmens dar. Im optimalsten Fall kehrt der User auch wieder zurück, weil er richtig begeistert war und eine emotionale Bindung aufgebaut hat.

 

Was sind die Erfolgsfaktoren für eine gelungene User Experience?

Im UX ist das wichtigste Keyword „User-Centered Design“. Denn wer nur nach seinem Bauchgefühl gestaltet, hat damit nicht zwangsläufig Erfolg. Aus diesem Grund gibt drei Säulen, auf denen wir bei VIAL ein erfolgreiches User Experience Design stützen:

 

  1. Zum Ersten sollte die Website/App zugänglich sein. Jeder Nutzer von digitalen Anwendungen bringt zweifellos unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse mit sich. Für jemanden mag ein Chatbot “Neuland sein”, ein anderer ist durch eine Sehschwäche oder eine motorischen Beeinträchtigungen eingeschränkt. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass jeder die Anwendung ohne Schwierigkeiten nutzen kann.

  2. Die intuitive und nutzerfreundliche Gestaltung der Anwendung bildet die zweite Säule. Der User soll sein Ziel so schnell wie möglich erreichen; sei es, sich über ein bestimmtes Thema zu informieren oder eine Bestellung durchzuführen. Zudem sind unerwartete, aber hilfreiche Funktionen ein positives Mittel, um das Nutzererlebnis zu erhöhen.
  3. Drittens spielt die visuelle Gestaltung in das Gesamterlebnis des Nutzers ein. Das Design soll zum einen die reibungslose Bedienung und Übersichtlichkeit der Website unterstützen, zum anderen natürlich auch ästhetisch sein.

 

Wie sieht UX-Design aus?

Für den ersten Schritt visualisieren wir die Inhalte als „Module“, neudeutsch „gescribbelt“, da sie mit wenig Aufwand ein gutes Bild der Thematik zeigen. Innerhalb kurzer Zeit können wir so eine Vielzahl an Varianten entwickeln und grob abgeschätzen, ob sie harmonieren, funktionieren und dem Kommunikationsziel entsprechen.
 
Nach den handgezeichneten Scribbles folgt das Wireframing, bei der detaillierte, meist schwarz-weiße Seitenentwürfe erstellt werden. So diskutieren wir nur über die Inhalte und die Funktionen, ohne auf die Gestaltung eingehen zu müssen. An diesem Punkt ist vor allem entscheidend, dass die Hierarchie der Inhalte festgelegt wird. Abgestimmt auf den Zweck und dem Kommunikationsziel des Senders, als auch dem Nutzungsverhalten des späteren Users. Für den besten Einklang und spätere Nutzung zwischen allen Elementen entwickeln wir Prototypen.

 

Was ist Prototyping?

Die Simulierung einer funktionsfähigen Anwendung nennt sich Prototyping. Damit lässt sich die Anwendung ganz einfach testen. Durch den Einsatz von Prototypen können wir zudem direkt Optimierungen an der User Experience umsetzen. Der UX-Designer spart so Zeit und Kosten. Usability-Tests führen wir vorzugsweise mit Prototypen durch. Sie bringen in Erfahrung, wie der User durch die Anwendung navigiert und mit welchen Problemen er konfrontiert wird.
 
Bevor diese Tests aber durchgeführt werden können, gilt es die passende Nutzergruppe ausfindig zu machen. Die klassischen Zielgruppenbeschreibungen, die beispielsweise aus  Sinus-Milieus erstellt werden, stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Stattdessen machen sie Platz für fiktive Beschreibungen von Nutzern und deren Anwendungsituation. Schließlich werden die heutigen Zielgruppen immer komplexer und anspruchsvoller, da reichen die dürren Beschreibungen wie „verheiratet, männlich, zwischen 35 und 60 und liebt schnelle Luxuslimousinen“ nicht mehr aus. Außerdem erfordern digitale Projekte eher Informationen über die Motivation und das Verhalten der User.

 

 

Was sind Personas?

Ein weiterer Unterschied zu den klassischen Zielgruppenbeschreibungen liegt darin, dass man keine ganze Gruppe mehr behandelt, sondern eine individuelle Person erstellt wird. Sie erhält einen kompletten Lebenslauf (inklusive Foto, Namen, Bildung und Erfahrungen). Für die Erstellung von Personas dienen bei VIAL in erster Linie Interviews, aber auch Umfragen und Diskussionen in Fokusgruppen, die von uns geleitet werden.
 
Der wichtigste Part in der Anlegung einer Persona ist dabei das Userverhalten in der digitalen Welt. Welche anderen Webseiten besucht er? Wie ist sein Erfahrungsschatz mit dem angebotenen Service, z. B. einem Kauf- oder Buchungsprozess? Mit Usability-Tests erhalten wir genau darüber Einblicke. Dabei werden Personen, die der Persona entsprechen, bei der Handhabung des Prototypen beobachtet, befragt und die Ergebnisse von uns anschließend ausgewertet.

 

 

Fazit

User Experience ist das erste große Zahnrad im komplexen Uhrwerk von UX- & UI-Design. Zusammen mit dem User Interface-Zahnrad müssen beide perfekt ineinander greifen, damit der digitale Service für den Nutzer zu einem erfolgreichen und positiven Erlebnis wird.
 
Egal, ob man sich im Feld von UX-Design oder UI-Design bewegt, es gibt eine wichtige Grundregel, die man sich unbedingt merken sollte: Bei möglichen problematischen Situationen nach dem “Live” schalten der Anwendung, ist der Nutzer niemals schuld!